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Adventskalender



Ganz früher war Weihnachten ein Fest, das von der gläubigen Gemeinde in allen Phasen in der Kirche begangen wurde. Mit Martin Luther kam dann die Veränderung, weil dieser aus Christi Geburt ein eher familiär orientiertes Fest mit Geschenken für die Kinder machte. Damit geriet der Dezember etwas aus den Fugen. Es war zwar schön, dass Weihnachten durch Familientradition mehr Wert bekam, aber vorher hatten die Kinder an Nikolaus die Geschenke bekommen, nun hieß es die ganze vierwöchige Adventszeit zu warten. Was für die Kinder eine besonders lange Phase war, fehlt ihnen doch noch das richtige Gespür für die Zeit. So kam es, dass die Adventszeit durch viele Bräuche und Sitten anders gestaltet wurde, um den Kindern das Warten auf den Heiligen Abend zu versüßen. Zunächst nur bei den Anhängern Luthers, aber dann letztendlich aufgrund der positiven Merkmale auch bei den Katholiken.

Etwa zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde dann auch ein Brauch eingeführt, der den Kindern dabei helfen sollte, die Zeit bis zum Heiligen Abend besser abschätzen zu können. - Die ersten Adventskalender eroberten die Wohnungen. In den einfachen Arbeitshäusern stellte sich dieser meist sehr simple aber dennoch effektiv dar. Wurden doch oft nur 24 Kreidestriche an die Tür gemalt, von denen die Kinder an jedem Tag einen entfernen durften. Daneben soll es auch Adventskalender mit 24 Blättern zum Abreißen, Kerzen mit 24 Markierungen oder lange Papierstreifen, die jeden Tag ein Stück verkürzt wurden, gegeben haben. Auch erste Adventskalender mit Naschwerk gab es bereits. - Sie bestanden aus Stoff auf denen 24 Lebkuchen angebracht werden, wovon jeden Tag einer gegessen werden durfte.

Neben dem Herunterzählen der Tage gab es auch Adventskalender-Bräuche, die die Tage bis zum Heiligen Abend heraufzählten. Diese waren nicht zwangsläufig an das 24-Tage-Prinzip gebunden, sondern fanden beispielsweise so statt, dass das Kind an jedem der Adventssonntage ein kleines Geschenk beim Aufwachen neben dem Bett vorfand, welches im Zusammenhang mit dem nahenden Weihnachtsfest stand. So konnte es sich dabei um verschiedene Figuren handeln, die dann an Weihnachten komplett waren oder um Christbaumschmuck, mit dem das Kind den Weihnachtsbaum am Heiligen Abend selber schmücken konnte.

Nachdem Weihnachten vom reinen Kirchenfest zum Familienfest geworden war, gab es noch eine weitere Wandlung. - Weihnachten wurde zum Konsumfest. Um die weihnachtliche Stimmung in den Häusern zu verbreiten wurden immer mehr Produkte zum Kauf angeboten. So gab es auch bald die ersten käuflichen Adventskalender als Vorläufer des heutigen angebotenen Adventskalenders. So gab es handgefertigte Adventskalender mit 24 ausgestanzten Fenstern hinter denen sich 24 weihnachtliche Motive verbargen. Im Jahr 1908 kam dann auch der erste fabrikproduzierte Adventskalender - damals noch unter dem Namen Weihnachtskalender - auf den Markt. Dabei handelte es sich um eine Art liebevoll dekorierten Bastelkalender, der in der Mitte 24 Rechtecke zum Aufkleben mitgelieferter Bildchen besaß. Dieses Modell war in verschiedenen Varianten fast dreißig Jahre lang im Angebot.

Heutzutage gibt es Adventskalender in unzähligen Variationen. Vom einfachen, gekauften Modell mit Schokoladenfüllung über teurere Produkte mit Spielzeug im Inneren bis hin zu selbst gemachten oder gekauften Adventskalendervarianten zum selber Befüllen.